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Kormoran - Vogel des Jahres 2010 |
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- Fischfressende Vogelart ist natürlicher Bestandteil unserer Gewässer
- Tötung von Kormoranen unabhängig von einem Schadensnachweis an Fischbeständen
- Rückkehr des Kormorans ein Erfolg für den Vogelschutz
- Kormorane keine Bedrohung für Fischbestände
- für ökologische Verbesserung unserer Gewässer einsetzen
- Einladung zur Veranstaltung am Mi.,24.3
Der NABU und der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) haben den Kormoran zum „Vogel des Jahres 2010“ gekürt. Die beiden Verbände wollen sich damit offensiv für den Schutz des Kormorans einsetzen, der nach seiner Rückkehr an Seen und Flüsse wieder zu tausenden geschossen und vertrieben wird. „Unter dem Vorwand eines ausgewogenen Kormoran-Managements haben mehrere Bundesländer spezielle Kormoran-Verordnungen erlassen, die den bestehenden Schutz der Vögel untergraben“, erklärt Heidrun Nolte, stellvertretende Geschäftsführerin NABU Bremen. Diese Verordnungen erlauben die Tötung von Kormoranen unabhängig von einem Schadensnachweis an Fischbeständen, oft flächendeckend, selbst in Naturschutzgebieten, teilweise sogar ausdrücklich während der Brutzeit. Die Bilanz ist beschämend: Jedes Jahr werden in Deutschland wieder rund 15.000 Kormorane getötet – als sogenannte „Schadvögel“.
Jahrzehntelang war der Kormoran aus Deutschland so gut wie verschwunden – das Ergebnis intensiver Verfolgung durch Fischer und Angler. Erst nach konsequentem Schutz leben in Deutschland heute wieder rund 24.000 Brutpaare, davon mehr als die Hälfte in großen Kolonien nahe der Küste. Ihre Zahl hat sich in den letzten Jahren stabilisiert. „Die Rückkehr des Kormorans ist ein Erfolg für den Vogelschutz, auf den wir stolz sein können“, betont Heidrun Nolte. Berufsfischer und Angler versuchen jedoch, die Vertreter von Politik und Behörden von angeblichen Gefahren, wie der Bedrohung von Fischarten und massiven wirtschaftlichen Schäden durch den Kormoran, zu überzeugen. Doch Kormorane vernichten keine natürlichen Fischbestände und gefährden langfristig auch keine Fischarten. Vielmehr kommt es darauf an, sich für die ökologische Verbesserung unserer Gewässer einzusetzen – damit alle Fische und Wasservögel Raum zum Leben haben. Aus Sicht von NABU und LBV müssen fischfressende Vogelarten wie der Kormoran als natürlicher Bestandteil unserer Gewässerökosysteme akzeptiert werden.
NABU und LBV lehnen eine flächendeckende Regulierung der Kormoranbestände grundsätzlich ab. Denn es gibt Alternativen. Zu den zeitgemäßen Strategien zählt vor allem, Ruhezonen für Wasservögel zu schaffen. So werden sie an Orte gelenkt, an denen sie problemlos geduldet werden können. Dazu zählen größere Stillgewässer und Flüsse ebenso wie die Küste.
Kormorane fangen bevorzugt Fische, die sie ohne großen Aufwand erbeuten können – sie sind Nahrungsopportunisten. Darum stehen vor allem häufige und wirtschaftlich unbedeutende „Weißfische“ wie Rotaugen, Brachsen und andere Kleinfische auf ihrem Speiseplan, die besonders in nährstoffreichen Gewässern in großen Mengen vorkommen. „Edelfische“ wie Felchen oder Äschen machen wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge nur geringe Anteile ihrer Nahrung aus.
An Fischzuchtanlagen gibt es Möglichkeiten, wirtschaftliche Schäden durch Kormorane zu verhindern, ohne den natürlichen Bestand der Vogelart erneut zu gefährden. S
Der NABU Bremen möchte im Rahmen eines Mulitmediavortrages am Donnerstag, den 25.Februar 2010 um 19 Uhr in der NABU- Geschäftsstelle, Contrescarpe 8 den Vogel des Jahres vorstellen und aufzeigen, was getan werden kann, um Kormoranen und Fischern eine Zukunft an unseren Gewässern zu sichern. Um Anmeldungen wird gebeten unter 0421 / 3 39 87 72
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