Winterfütterung trotz Vogelgrippe?

  • Feldsperling-06  ClausKoenigkein Beweis für Wildvögel als Verursacher der Vogelgrippe
  • Amsel, Spatz und Meise keine Überträger
  • Hygiene am Futterplatz trotzdem wichtig
  • NABU empfiehlt Futterspender und -silos

(Bremen, den 24.11.14) Angesichts des erneuten Auftretens der „Vogelgrippe“ in Europa fragen viele Interessierte beim NABU an, ob Futterhäuschen oder Meisenknödel im Garten nun zur Gefahr für die Gesundheit werden. Die Naturschützer geben Entwarnung: Zum einen sei die Rolle der Wildvögel bei der Ausbreitung der Krankheit äußerst gering, zum anderen infizieren sich vor allem Wasservögel wie Gänse, Enten und Schwäne, nicht aber Meise, Rotkehlchen und Co.
„Viele Pressemeldungen zur Vogelgrippe sind schlecht recherchierte Panikmache“, bedauert NABU-Geschäftsführer Sönke Hofmann, „es gibt bei uns keine Zugvögel, die aus Südkorea kommen.“ Die Zugrouten laufen in Nord-Süd-Richtung, nicht von Osten nach Westen. Die Massentierhaltungs-Lobby habe ein Interesse daran, den 'Schwarzen Peter' auf die Wildvögel zu schieben. „Die Behauptung war 2006 schon nachweislich falsch und bislang sehen wir keine überzeugenden Beweise für eine wichtige Rolle der Wildvögel bei der Übertragung der Vogelgrippe“, so der NABU.
Freunde von Amsel, Spatz und Co. beruhigt der NABU: Es spreche nichts gegen eine Fütterung der Wintergäste im Garten, zumal Singvögel weltweit kaum von den bekannten Viren betroffen sind. Auch die Knotenpunkte der Vogelzugrouten sind bislang grippefrei. Dennoch sollten Vogelfreunde größten Wert auf hygienische Verhältnisse an den Futterstellen legen. „Wer Vögel füttert, trägt Verantwortung“, betont der NABU.
Wer Streufutter für Amseln und Tauben auf den Boden verteilt, sollte jedesmal eine neue Stelle aussuchen, damit die Tiere sich nicht an ihrem eigenen Kot anstecken. Futterhäuschen und Trinkschalen müssen mehrfach wöchentlich mit heißem Wasser gereinigt werden, um die Keimzahlen zu senken. „Am einfachsten und saubersten sind die Futterspender und Futtersäulen“, erklärt Sönke Hofmann, „dort fallen die Ködel einfach auf den Boden.“ Die größte deutsche Futtersäule hängt übrigens in Bremen – beim NABU im Vahrer Feldweg.