Fledermäuse - Jäger der Nacht -

Fledermaus

  • schlechte Wetterbedingungen für Jungenaufzucht
  • Meldungen entkräfteter Fledermäuse
  • warme Tage mit milden Nächten erleichtern die Jagd
  • Geburt der Babys im Juni
  • Jungtiere verlassen jetzt die Wochenstuben
  • Broschüre "Fledermaus" anfordern


Das Jahr begann schlecht für die Fledermäuse. „Nach dem lang anhaltenden Winter, der den im Winter ruhenden Tiere wohl die letzten Fettreserven abverlangte, kam ein kaltes und nasses Frühjahr, das sich bis in den Mai hinein ausdehnte und den Insekten jagenden Fledermäusen die denkbar schlechtesten Bedingungen bot, um sich für die Jungenaufzucht die nötigen Kraftreserven anzufressen“, erklärt die NABU-Fledermausexpertin Heidrun Nolte. Die warmen Sommertage mit milden Nächten würden allerdings helfen, die Aufzucht der Jungen zu vollenden, so die Biologin weiter. Durch den Wetterstress haben die Fledermäuse stark gelitten, das ließe sich anhand der zahlreichen Funde entkräfteter Fledermäuse, die dem NABU gemeldet wurden, ablesen.

Die meisten einheimischen Fledermäuse werden im Verlauf des Juni geboren. Die Weibchen versammeln sich dazu in sogenannten Wochenstuben und nutzen die warme Jahreszeit, um ihre Jungen aufzuziehen. So eine Wochenstubenkolonie kann von ein paar wenigen bis zu Hunderten von Weibchen umfassen. In dieser Zeit sind die Fledermäuse auffälliger als sonst, weil durch die Jungtiere reger Betrieb herrscht. So kommt es sogar vor, dass eine allzu neugierige Jungfledermaus den Halt verliert und aus dem Quartier purzelt.

Nach drei bis vier Wochen, Mitte bis Ende Juli, ist der Nachwuchs groß genug, um mit den Alttieren zur Jagd auszufliegen. Für die Jungen ist es eine Zeit des Lernens. „Unsere Fledermäuse können sofort ihre Ultraschall-Echoortung zur Orientierung und zur Jagd nutzen, müssen aber die Koordination von Ortung und Jagd durch Praxiseinsatz erst einmal verfeinern, um so erfolgreich wie die Alttiere zu werden“, erläutert Heidrun Nolte vom NABU Bremen

Für einige sei es gar nicht so einfach, den Weg zurück ins Quartier zu finden und die schmale Einflugöffnung auch zu treffen. So käme es recht häufig vor, dass sich junge Fledermäuse in Innenräume der Häuser verirren. Sehr oft seien es offene Kippfenster, durch welche sich die Jungfledermäuse angezogen fühlen. In solchen Fällen rät der NABU, die Tiere nicht unnötig einzufangen und damit zu stressen, sondern das Fenster über Nacht auf Kipp zu lassen, damit sie ausfliegen können.

Eine Info-Broschüre „Fledermäuse, Flugkünstler der Nacht“ mit weiteren Infos erhalten Sie beim NABU Bremen, Vahrer Feldweg 185, 28309 Bremen gegen Einsendung von 4 € in Briefmarken.