"Wege sind keine Heringe"

  • streusalz2Naturschützer fordern, schonende Streumittel zu nutzen
  • Verzicht auf Streusalz schont Bäume und Grundwasser
  • Hundepfoten entzünden sich durch Salz
  • Bäume werden zu Schiffbrüchigen

(Bremen, den 18.01.17) Kaum finden sich Schnee und Glatteis auf den Gehwegen, sieht man ganze Teppiche von Streusalz. Nach dem Motto „Viel hilft viel“ salzt mancher Bürger seinen Gehweg stärker als einen Hering ein. Damit verstößt er nicht nur gegen das Bremer Landesstraßengesetz , sondern gefährdet auch Bäume, Grundwasser und Hundepfoten. Der NABU empfiehlt Privathaushalten die Verwendung von salzfreien, abstumpfenden Streumitteln wie Granulate, Split, Sand oder Kies.
„Streusalz ist alles andere als harmlos“, betont NABU-Geschäftsführer Sönke Hofmann, „Salz verändert in Pflanzen den Nähstoffhaushalt und die osmotischen Verhältnisse.“ Die Folgen sieht man erst im Frühjahr und Sommer: Salzgeschädigte Straßenbäume vertrocknen trotz ausreichender Niederschläge langsam aber todsicher. „Den Bäumen geht es dann ähnlich wie einem Schiffbrüchigen, der schließlich Meerwasser trinkt“, so der gelernte Förster.
Wegen der schädlichen Wirkungen sollen Privathaushalte in Bremen und Bremerhaven kein Salz auf ihren Gehweg streuen. In der Nähe von Straßenbäumen und öffentlichem Grün ist Salz sogar ganz verboten. „Wer dort dennoch Salz streut, begeht eine Ordnungswidrigkeit nach dem Bremischen Landesstraßengesetz“, mahnt Hofmann, „das kann im Zweifelsfalle teuer werden.“
Nicht nur Pflanzen leiden unter dem Salz. Hunde entzünden sich am Streusalz die Pfoten. Außerdem kann das Salz zur Versalzung des Grundwassers beitragen, so der NABU. „Neben diesen ökologischen Folgen verursacht Streusalz auch ökonomische Schäden, indem es Brücken und Autos schneller rosten lässt.“ Diese Probleme können einfach vermieden werden. Im Handel gibt es vom Umweltbundesamt getestete Produkte mit dem "Blauen Engel“.
Nur bei Eisregen sieht der NABU auf Treppen und Rampen wenig Alternativen zum Salz, allerdings sollte es sparsamst eingesetzt werden, so Sönke Hofmann: „Ein Esslöffel Salz mit einer guten Handvoll Sand gemischt hilft in solchen Extremlagen. Da hat die Gesundheit schlicht Vorrang.“ Sinken die Temperaturen jedoch unter 10 Grad minus, hilft ohnehin kein Kochsalz mehr.