Wolf in Bremen: NABU sieht Umweltsenat in der Pflicht

  • Wolfsporträt webWolfssichtung in Borgfeld nicht überraschend
  • auffälliges Verhalten nicht gegeben
  • Umweltsenat muss nachbessern
  • Nutztierhalter brauchen Unterstützung

(Bremen, den 03.02.17) So weit hergeholt ein Wolfs-Managementplan für das Land Bremen noch vor kurzem erschien- nun muss der Umweltsenat dringend aufarbeiten und nachbessern. „Die Sichtung eines Wolfes am Wochenende in Borgfeld ist nicht überraschend, gibt es doch im niedersächsischen Umland seit Jahren bekannte Wolfsvorkommen“, meint Annette Siegert, Umweltbildnerin und Wolfsbotschafterin beim NABU Bremen. So gehören die Landkreise Verden, Diepholz, Oldenburg, Osterholz-Scharmbeck und Cuxhaven schon einige Jahre zur sogenannten „Förderkulisse Herdenschutz“. In diesen Landkreisen sind Nutztierhalter angehalten, ihre Herden entsprechend zu schützen. Kosten für Präventionsmaßnahmen sowie durch Wölfe verursachte Risse werden dort vom Land Niedersachsen getragen.
Siegert warnt eindringlich vor einer Überbewertung des Sichtungsortes in der Nähe von Siedlungsgebieten. So sei für den Wolf in Deutschland ein gewisses Maß an Habituierung überlebenswichtig. Andernfalls würde er sich bei der hohen Besiedlungsdichte im Land stressbedingt erschöpfen. „Wölfe, die an Siedlungen vorbei laufen, werden schnell als auffällig bezeichnet. Das Nutzen menschlicher Strukturen ist aber kein Beleg für gefährliches oder aggressives Verhalten.“
Insbesondere wenn Wolfsbeobachtungen aus Fahrzeugen heraus gemacht würden, sei Verhältnismäßigkeit das Gebot der Stunde, da Wildtiere einen Menschen im Auto oder Trecker nicht als solchen erkennen könnten.
Der NABU sieht nun den Umweltsenat in der Pflicht, beim Thema Wolf zeitnah nachzubessern. So müsse geklärt werden, wie Nutztierhalter im Land Bremen bestmöglich unterstützt werden können und inwieweit sie beim Herdenschutz selbst in der Verantwortung stehen.