Baumfrisör in Arsten

  • IMG 7657seit acht Jahren Kopfbaumpflege
  • Erhalt der Weidenbäume durch Säge
  • Rutenernte für Flechtereien und Kita
  • Eschen sterben ab


(Bremen, den 17.02.17) Nach mittlerweile acht Jahren erklärt sich im Ahlker Wald in Arsten der Begriff „Kopfweiden“ ganz von selbst. Wie ein wild struweliger Haarschopf ragen die Weidenruten entlang einer halben Allee in alle Richtungen. Zeit für den NABU, samt der 3. und 4. Klasse der Grundschule Arsten Südwest, „Baumfrisör“ zu spielen. Die biegsamen Ruten finden nicht nur bei NABU-Bastelaktionen Absatz, auch eine Kita sichert sich einen Armvoll für ein Weidentipi.
„Kopfweiden sind einer der vielfältigsten Lebensräume der Kulturlandschaft“, weiß NABU-Geschäftsführer Sönke Hofmann zu berichten, „sie müssen aber regelmäßig gepflegt werden, sonst brechen sie auseinander.“ Diesmal bleibt die Motorsäge stumm, denn die Kinder dürfen mit einer Astungssäge die Weiden „frisieren“. Leise ist es deshalb in dem gut vier Hektar großen Wald nicht, überall qietschen Kinderstimmen und brechen morsche Äst.
Den Naturschützer freut es, schließlich soll der Wald von den Kindern erlebt werden dürfen. Seit über 10 Jahren kümmert sich der NABU um die Ausgleichsmaßnahme, durchforstet und lichtet aus und hat gut 30 Nistkästen aufgehängt. „Durch den guten Boden kann man den Bäumen geradezu beim Wachsen zugucken.“ Eichen, Ahorne, Feldulmen und Hainbuchen buhlen um die Sonne.
Nur die Eschen sterben langsam ab. Ein aggressiver Pilz hat sie befallen, Rettung gibt es keine. „Irgendwann entsteht eine Resistenz, aber das kann noch dauern“, erklärt der gelernte Förster, „die Natur hat bislang auf solche Kalamitäten immer noch eine Antwort gefunden.“ An einigen Stellen werde der Wald ohne Eschen dann lichter und ganz junge Bäumchen haben eine Chance.
Die Kinder hält nun nichts mehr, der Wald muss erforscht werden. Alte Spielhöhlen, frisches Holz aus Durchforstungen und nicht zuletzt Dutzende Nistkästen des NABU machen den Wald für Kinder und Tiere gleichermaßen interessant. Eine weitere halbe Stunde später ziehen zwei reichlich schlammige Schulklassen wieder gen Schule. Nächstes Jahr ist die nächste Schülergeneration dabei.