Projekte
Über die natürlichen Feinde des Kormorans
- viele naturliche Freßfeinde, wie Seeadler, Uhu oder Habicht
- Neubürger Waschbär
- Hauptwaffe Fortpflanzung
- Broschüre Kormoran
Hundert helfende Hände
- Projekt Ahlker Wald
- Weiden geköpft und Totholz aufgeschichtet
- Grundschule Arsten-Südwest in guter Tradition
- praktischer Unterricht in der Natur
- Nistkästen aufgehängt
- Lebensraum Kopfweide
- Mitstreiter gesucht
Schutz des Kormorans
NABU, LBV und fordern die Bundesländer auf, ihre weitgehenden Verordnungen zum Abschuss von Kormoranen zurückzunehmen, zumal diese in eindeutigem Widerspruch zu europäischem und internationalem Naturschutzrecht stehen. Völlig inakzeptabel ist der Abschuss in Schutzgebieten.
Sterblichkeit
Die Sterblichkeit (Mortalität) des Kormorans wird von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst. Krankheiten, Parasiten, Beutegreifer wie der Seeadler, Nahrungsmangel, Eiswinter oder der Abschuss haben einen Einfluss darauf, wie alt Kormorane werden.
Die Mortalität ist altersabhängig. Vögel im ersten Lebensjahr sterben mit größerer Wahrscheinlichkeit als alte, erfahrene Tiere. In Gefangenschaft wurden einzelne Tiere bis 23 Jahre alt, für die freie Wildbahn ist bislang ein Alter von 18 Jahren belegt. Dies sind jedoch Extremwerte.
Der Kormoran beginnt frühestens im 3., teilweise erst im 4. Jahr mit der Brut. Über 70 % der Jungvögel eines Jahrganges erreicht dieses Alter jedoch nicht.
Kormoran und bedrohte Fischarten
Gelegentlich wird bei einer Begründung des Abschusses von Kormoranen an Fließgewässern auch argumentiert, der Kormoran sei hier für den Rückgang einiger geschützter Fischarten verantwortlich. Es gibt jedoch viele Faktoren ursächlicher Art , die sich negativ auf die Fischbestände auswirken. Strömungsliebende und im Kies laichende Kaltwasserfisch wie die Äsche sind an Gewässer mit zunehmender Temperatur und Verschlammung, mit aufgestauten Gewässerabschnitten, verbauten Ufern und fehledner Deckung auf Dauer nicht überlebensfährig. Leider werden diese Faktoren nicht mit der gleichen Vehemenz angegangen , wie der Kormoran. Daher gilt es zu fordern, das die Fischereiverbände sich für die Renaturierung von Gewässern verstärkt einsetzen. Für Lachs, Fluss- und Meerneunauge, Maifisch, Nordseeschnäpel, Ostseeschnäpel und Meerforelle werden jedoch als Ursache für die Bedrohung vor allem fehlende geeignete Laichgewässer und Lebensraumstrukturen in den Gewässern oder negative gewässerbauliche Maßnahmen (Stauwehre etc.) sowie Belastungen durch starken Nährstoffeintrag angesehen.
Heimisch oder nicht heimisch?
Häufig wird suggeriert, der Kormoran sei keine heimische Vogelart. Er wird als “vermeintlicher Rückkehrer“ oder „eventuell nicht heimischer Vogel“ bezeichnet und man dichtet ihm „unnatürliche negative Einflussfaktoren“ an. Vielfach wird damit in unseriöser Art offenbar auf die Vorbehalte vieler Menschen gegenüber „dem Fremden“ eingegangen und man zeichnet das Negativimage eines Vogels, „der als Einwanderer unsere Heimat verfälscht und ausbeutet“
Nahrung
Kormorane ernähren sich überwiegend von Fisch. Sie sind in der Lage - 90 Sekunden und bis zu 30 Meter tief zu tauchen und Fische mit dem Schnabel zu fangen. Der tägliche Nahrungsbedarf eines Kormorans liegt bei 330 - 350 g. Ihre Nahrung suchen sie meißtens aber in einer Tiefe von 1m bis 10 m.Kormorane sind Nahrungsopportunisten. Angepasst an das Nahrungsangebot nutzen sie zwei unterschiedliche Jagdstrategien: Großen Fischen stellen sie einzeln nach, auf kleine Schwarmfische jagen sie gemeinsam. Einzeln jagende Kormorane können damit über den Fang von Aalen die Binnenfischerei partiell beeinträchtigen.
Wintergast
Seit Ende der siebziger Jahre lässt sich die Entwicklung des Winterrastbestandes des Kormorans gut verfolgen. Bis Mitte der 80er Jahre traten Kormorane fast ausschließlich auf den Küstengewässern rund um Fehmarn auf. Erst seit Ende der 80er Jahre überwinterten - bedingt durch milde Winter ohne größere Vereisung - Kormorane auch im Binnenland. Die Küstengewässer beherbergten jedoch nach wie vor den größten Bestandsanteil
Bestand des Kormoran
Der Kormoran war früher ein verbreiteter und häufiger Brutvogel. Aus dem 19. Jahrhundert sind riesige Binnenlandkolonien mit hunderten oder tausenden Brutpaaren beschrieben, die stellenweise sogar unter dem Einsatz der Armee vernichtet wurden. Um 1900 war der Kormoran schließlich fast ausgerottet. Die Erholung seines Bestandes setzte erst ein, als die EG-Vogelschutzrichtlinie 1979 einen konsequenten Schutz ermöglichte. Brutkolonien entstanden und wuchsen an, während zuvor jede Ansiedlung der Vögel unterbunden worden war. Mit ihrer Zunahme hat sich somit ein natürlicher Zustand eingestellt, der durch die menschliche Verfolgung unterbrochen war. Vielfach wird behauptet, der Bestand des Kormorans "explodiere", d. h. es gäbe bundesweit ein unbegrenztes Wachstum des Kormoransbestandes.
Steckbrief
Typisch für den rd. 90 cm großen, schwarzglänzenden Kormoran ist sein kreuzförmiges Flugbild. Er besitzt ein weißes Kinn mit weißem Fleck an den Schenkeln. Im Gegensatz zu den meisten Wasservögeln ist sein Gefieder nicht wasserabweisend. Daher sitzt er oft aufgerichtet mit halbausgespannten Flügeln am Ufer oder auf Bäumen und Felsen. Charakteristisch ist auch die Hakenspitze am Schnabel, mit der er Fische besser ergreifen kann.Der Kormoran gehört zu den Vogelarten, die als vermeintliche Nahrungskonkurrenten in der Vergangenheit vom Menschen stark verfolgt wurden. Um die Jahrhundertwende war die Festlandunterart des Kormorans, Phalacrocorax carbo sinensis, in weiten Teilen Europas als Brutvogel verschwunden.
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